Hommage an Werner Wild

Hommage an Werner Wild

Großer Gestalter des Post SV Nürnberg

Wenn überhaupt, schien das Wort Feierabend für Werner Wild nur eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen: Ganz egal, wie früh oder spät man bei ihm anklopfte – Werner Wild war da. Am Schreibtisch, am Sportplatz oder im Hallenschwimmbad; über Akten gebeugt, am Telefon, im Gespräch mit dem Platzwart, einem Abteilungsleiter oder einem Sportlehrer. Kurz: Der Sportdirektor und spätere Präsident hatte rund um die Uhr zu tun.

Dass Werner Wild jahrelang auf Urlaub verzichtete und wöchentlich nicht unter 70 Stunden für den Verein aktiv war, hat sich mehr als gelohnt: Unter seiner Leitung entwickelte sich der Post SV Nürnberg zeitweise zum größten deutschen Breitensportverein mit 20.000 Mitgliedern, über 100 Sportarten und rund 500 Übungsleitern.

Werner Wild war seit 1954 Mitglied des Postsportvereins. Er gehörte der Schwimmabteilung an, war Bayerischer Jugendmeister in der Disziplin 100 Meter Schmetterling und zudem viele Jahre aktiver Wasserballspieler. Von 1960 bis 1965 war er Wasserballwart, anschließend Leiter der Schwimmabteilung, die er bis 1999 führte. Darüber hinaus war er im Bayerischen Schwimmverband 17 Jahre lang Schiedsrichterobmann und von 1971 bis 1993 Vizepräsident.

Im Jahr 1970 war die Mitgliederzahl des Vereins auf 4.000 gestiegen, sodass es notwendig wurde, die immer umfangreicheren organisatorischen Aufgaben einem hauptamtlichen Sportdirektor zu übertragen. Werner Wild übte diese Funktion bis 2008 aus. 1997 wählte ihn die Delegiertenversammlung darüber hinaus auch zum ehrenamtlichen Vereinspräsidenten in Personalunion.

Sein großer Verdienst war die stetige Erweiterung und Aktualisierung des Sportangebots, immer den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechend. So konnten besonders viele Kinder und Jugendliche, Familien, Alleinerziehende sowie berufstätige Frauen und Männer ihre sportlichen Wünsche beim Post SV Nürnberg verwirklichen.

Seine Arbeit erstreckte sich auch und vor allem auf die Bereitstellung der notwendigen Sportstätten. Da in Nürnberg nicht genügend kommunale Anlagen vorhanden waren, betrieb er systematisch den Bau vereinseigener Räume und Gebäude, darunter das Hallenschwimmbad im Wert von 10 Millionen Mark, sowie die Anmietung städtischer Sporthallen im Umfang von 1.500 Quadratmetern.

Zu seiner Amtszeit waren 15 von 100 Sportvereinsmitgliedern in Nürnberg beim Postsportverein. Damit leistete Werner Wild einen bedeutenden Beitrag zur Fitness und Gesundheit der Nürnberger Bevölkerung.

Werner Wild verstarb am 20. Mai 2026 im Alter von 90 Jahren. Der Post SV Nürnberg blickt mit großer Dankbarkeit auf das Lebenswerk seines Ehrenpräsidenten, ehemaligen Sportdirektors und Präsidenten zurück. Sein außergewöhnlicher Einsatz, seine Tatkraft und seine tiefe Verbundenheit mit dem Verein werden unvergessen bleiben.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Die Trauerfeier findet am 18. Juni um 10.30 Uhr auf dem Wöhrder Friedhof statt.